Herr Kopitzsch und der Rest des Bezirks Hamburg Nord machen schwammige und z.T. falsche Aussagen zum Thema “Bezahlbarer Wohnraum“.
In der Öffentlichkeit und der Presse steht immer nur der Begriff “bezahlbarer Wohnraum“, aber keine konkreten Zahlen über die zukünftigen Mieten.
Was ist bezahlbar?
Wenn man 4.000€ netto monatlich hat, sind 1.000€ bis 1.500€ Miete bezahlbar.
Habe ich nur 1.400€ netto ist es nicht bezahlbar.
In all den Informationsveranstaltungen die bisher stattgefunden haben, haben die Bezirksamts- und Stadtvertreter bisher nur ausgesagt, es SOLLEN 30% geförderter Wohnungsbau realisiert werden.
Das heißt aber nicht, dass 30% Sozialwohnungen gebaut werden, die man durch einen §5-Schein anmieten kann.
Es soll für die möglichen 30% geförderter Wohnungen 2 Fördermöglichkeiten geben:
- Sozialwohnungen mit §5-Schein und durch einen neuen Förderweg (der noch in Planung ist)
- Wohnungen bei denen die Eingangsmiete bei ca. 8,50€ liegt
Nach wie vor wurden keine konkreten Angaben gemacht wie sich die beiden Möglichkeiten innerhalb der vorgesehenen 30% verteilen.
1. Außerdem bedeutet das Wort SOLLEN nicht zwangsläufig dass 30% geförderte Wohnungen gebaut werden.
Falls die Stadt kein Geld hat (was ja der Fall ist) könnten es auch nur 10% geförderter Wohnungsbau sein oder weniger.
2. Auf jeden Fall werden mindestens 70% freifinanzierter Wohnungsbau geplant.
3. Diese Wohnungen sind dann für die durchschnittliche Bevölkerungsschicht in Barmbek wiederum nicht zu bezahlen, da auch Genossenschafts-Neubauwohnungen bei einer
Netto-Kaltmieten pro m² Miete bei rund 11,50€ beginnen.
Im Quartier 21 auf dem Gelände des ehemaligen Barmbeker-Krankenhaus sind die Netto-Kaltmieten bei 14€
4. Somit ist klar, dass maximal 30% bezahlbare Wohnungen entstehen sollen!
5. Deshalb ist es mehr als fragwürdig rund 330 Schrebergärten, die von Bewohnern (in der Regel mit niedrigem Einkommen) aus den umliegenden Stadtteilen genutzt werden, die für ein besseres Stadtklima sorgen, Rückzugsort für viele Tiere sind, ein Teil der Umwelthauptstadt Hamburg sind und ein Naherholungsgebiet für mindestens 1.500 Menschen sind, die die Gärten nutzen,
durch Wohnungsbau der von den Menschen aus dem Stadtteil nicht bezahlbar ist,
zu zerstören.
6. Außerdem gibt es keine Wohnungsnot in Hamburg!
Es gibt reichlich Wohnraum, der aber für den Durchschnittsbürger nicht bezahlbar ist.
Durch geplante Neubauten, die auch wieder zu teuer werden, wird es kaum mehr bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit niedrigem Einkommen geben.
Allerdings gibt es eine falsche Wohnbaupolitik seit rund 15 Jahren in HH,
ebenso eine überdimensionierte Vergabe an Gewerbeflächen, häufig für Büroneubauten mit anschließendem Leerstand!
Deshalb müsste die Stadt und die Bezirke da gegensteuern und nicht schützenswerte Grünflächen, die den Hamburger Bürgen gehören, zerstören!
7. Wohnungsbau ja.
Auch die anderen Bezirke haben sich in dem 6.000 Vertrag mit dem Senat zu mehr Wohnungsbau verpflichtet, allerdings mit dem Passus, dass dafür keine Schrebergärten zerstört werden.
Somit ist klar, dass Wohnungsbau auf Flächen die bisher ungenutzt sind, realisiert werden kann.
Nur Herr Kopitzsch und alle vertretenen Parteien im Bezirksamt Nord wollen Schrebergärten zur Bebauung heranziehen.
Es stellen sich folgende Fragen:
- Sollen städtische Grundstücke verkauft werden, damit sich die Stadt finanziell
sanieren kann?
- Sind es Profilierungswünsche Seitens Herr Kopitzsch und Anderer?
- Möchte die FDP, Investoren und der Geschäftswelt mal wieder Schnäppchen
durch Stadtgrundstücke ermöglichen, die danach wieder teuer verkauft werden?
D.Bittermann